Puma: Eine Aktienanalyse nach Levermann – warum die Aktie des Sportartikelherstellers bisher nur auf die Watchlist kommt

30.07.2019 | Frank Seehawer

Puma Aktie

Die Strategie der ehemaligen Fondsmanagerin Susan Levermann, ist vielen Investoren bekannt. Der aktien.guide erstellt hierzu eine Topscorer Liste, auf der nun die Aktie des Sportartikelherstellers Puma (ISIN: DE0006969603) mit einem hohen Punktescore erstmalig erschienen ist. Ob das Unternehmen wirklich ein Kauf sein könnte, das wollen wir in einer Analyse überprüfen.

Das Unternehmensprofil von Puma

Puma ist ein börsennotierter Sportartikelhersteller von Schuhen, Kleidungsstücken und Accessoires mit Sitz in Herzogenaurach. Das Unternehmen wurde im Jahr 1948 von Rudolf Dassler gegründet.

Rudolf ist der Bruder von Adolf Dassler und hatte mit ihm zusammen bereits eine Sportschuhfabrik im Jahr 1924 gegründet. Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten trennten sich jedoch ihre Wege nach dem Zweiten Weltkrieg. Rudolf begann mit Puma ein eigenes Unternehmen aufzubauen, Adolf gründete das Unternehmen Adidas. Die Geschäftsmodelle beider Firmen funktionieren in einer ähnlichen Weise – über Sportsponsoring.

Nike und Adidas dominieren den Markt

Auch wenn das Unternehmen Puma im Geschäftsjahr 2018 einen Umsatz von 4,6 Milliarden Euro bei einem EBITDA von 419 Millionen Euro erzielte, so befinden sich diese Werte weit hinter denen der Marktführer Nike und Adidas.

Der Sportartikelmarkt ist stark vom Sponsoring geprägt, in dem hohe Millionensummen an Teams oder einzelnen Athleten gezahlt werden.

Puma als kleines Unternehmen hat hier entscheidende Nachteile, die aber geschickt durch ein cleveres Sponsoring ausgeglichen werden. Gemäß der Vision des Unternehmens ist es das Ziel, Puma als die schnellste Sportmarke der Welt zu etablieren. Damit wäre eine Nische im Sponsoring definiert.

Wo die Umsätze des Unternehmens erzielt werden

Der Vertrieb der Sportartikel wird zu großen Teilen über den Wholesale-Bereich (76%) abgewickelt. Der Direct-To-Consumer-Bereich ist mit einem Umsatzanteil von 24% der zweite große Vertriebsbereich.

Auch geografisch ist der Sportartikelhersteller Puma gut diversifiziert. So werden 39% der Umsätze in der EMEA-Region erlöst, 35% in der AMERICANS-Region und 26% in der APAC-Region.

Mit einem Anteil von 47% ist der Bereich Schuhe die größte Produktkategorie des Unternehmens. Es folgen mit einem Anteil von 36% die Kleidungsstücke (Apparel) und mit einem Anteil von 17% die Accessoires.

Aktienkurs auf Allzeithoch

Quelle: Wallstreet-Online.de; Stand:27.07.19.

Was die letzten Quartalszahlen verraten – ein zweistelliges Wachstum bei gesteigerter Profitabilität

Die Umsätze erhöhten sich im ersten Quartal des Jahres 2019 währungsbereinigt um 15,3%. Damit setzt sich das zweistellige Wachstum aus dem Gesamtjahr 2018 – welches bei 17,6% lag – fort.

Das höchste Wachstum wurde mit währungsbereinigten 28,6% in der APAC-Region erzielt. In der Produktkategorie wies der Bereich Apparel mit einer Zuwachsrate von 26,9% das höchste Wachstum auf.

Das operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich im ersten Quartal 2019 um 27% auf einen Wert von 143 Millionen Euro.

Ausblick auf das Gesamtjahr 2019 positiv, mittelfristig zweistelliges Wachstum in Aussicht gestellt

Der Ausblick für das Geschäftsjahr 2019 bleibt positiv. Auf Basis konstanter Wechselkurse wird von einem Anstieg der Umsätze von rund 10% ausgegangen. Das EBIT soll auf einen Wert von 395 bis 415 Millionen Euro steigen.

Auch mittelfristig – bis zum Jahr 2021/2022 – soll der Umsatz jährlich um rund 10% wachsen. Für den gleichen Zeitraum ist für das EBIT jährlich ein 10-prozentiges Wachstum eingeplant.

Eine Analyse, angelehnt an die Levermann-Strategie

Puma Aktie Levermann Analyse

Beginnen wir nun mit einer kurzen Analyse nach ausgewählten Levermann-Kriterien des aktien.guide.

Das Unternehmen Puma erhielt insgesamt 5 Punkte und war ein Neueinsteiger der Topscorer Liste der Levermann-Strategie in der letzten Handelswoche.

Punkten konnte das Unternehmen mit einem Gewinnwachstum von deutlich über 5%, einer mittel- bis langfristig positiven Kursentwicklung, sowie einer Eigenkapitalquote von über 50 %. Auch für die Reaktion auf die Veröffentlichung der letzten Quartalszahlen erhielt das Unternehmen einen Punkt.

Einen Punktabzug gab es für die Bewertung des Unternehmens. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 36,6 übertrifft Puma schon deutlich das optimale Maß zwischen 12 und 16.

Fazit – Puma ist Klasse, aber es reicht bisher nur für die Watchlist

Das mit Sportartikelhersteller-Aktien langfristig gutes Geld verdient werden kann zeigen bereits die Kursverläufe der Aktien von Puma, Adidas und Nike.

Puma ist ein beeindruckendes Unternehmen der Branche, welches sich gegen die großen und dominierenden Player des Sportsponsorings gut behaupten konnte.

Auch wenn Puma nicht die hohen Budgets für Spitzensportler bereitstellen kann wie es Adidas oder Nike können, so hat Puma seine Marketing-Nische – die schnellste Sportmarke der Welt zu sein – gefunden.

Es gibt allerdings zwei Dinge an der Aktie, die aus Investorensicht etwas abschreckend wirken. Das eine wäre die Bewertung. Mit der könnte man noch gut zurechtkommen solange das Wachstum hoch bleibt oder sich beschleunigt. Hier wären wir auch schon beim zweiten Punkt, dem Wachstum.

Mittelfristig ist ein knapp zweistelliges Wachstum von rund 10% im Umsatz und Ergebnis (EBIT) vorgesehen. Das vom Management prognostizierte Wachstum würde damit deutlich unter den Wachstumsraten der letzten Jahre liegen.

Ein KGV von 36,6, wie es aktuell gehandelt wird, liegt allerdings deutlich über dem Durchschnittswert der letzten fünf Jahre von 12,3.

Für ein sich abschwächendes Wachstum ist der KGV-Wert deutlich zu hoch. Die Aktie von Puma kommt daher erst einmal auf die Watchlist der Levermann-Strategie.