​Mit Symrise dufte investieren – eine Aktienanalyse anhand von Levermann-Kriterien

07.08.2019 | Frank Seehawer

Symrise Aktie

Die Aktie des in Holzminden ansässigen Herstellers von Duft- und Aromastoffen, Symrise (ISIN: DE000SYM9999), legt schon seit längerem eine atemberaubende Kursrally hin – und ein Ende scheint derzeit nicht in Sicht. Gründe hierfür könnten in einem langfristig positiven Wachstumstrend gesehen werden, von dem das Unternehmen deutlich profitiert. Symrise befindet sich bereits seit fünf Wochen auf der Topscorer Liste der Levermann-Strategie. Ob das Unternehmen wirklich Einkauf sein könnte, das werden wir in dieser Analyse überprüfen.

Unternehmensprofil von Symrise

Das Unternehmen Symrise ist ein Hersteller von Duft- und Geschmacksstoffen für die Kosmetische und Pharmazeutische Industrie sowie für Hersteller von Lebensmitteln für Mensch und Tiere.

Entstanden ist der Konzern im Jahr 2003 aus der Fusion zwischen Haarmann & Reimer sowie Dragoco. Die Wurzeln beider Unternehmen reichen bis ins Jahr 1874 zurück. Ein Börsengang erfolgte im Jahr 2006. Mittlerweile gehört das Unternehmen dem Nebenwerte-Index MDAX an.

Mit seinen Produkten für den nicht zyklischen Konsumgüterbereich ist das Unternehmen an und für sich schon vor großen Umsatzrückgängen in Krisenzeiten abgefedert. Weiter sorgt die exklusive Anbindung zu Produktherstellern, welche durch ein einzigartiges Geschmacks- und Dufterlebnis beim Konsum durch Symrise geschaffen wird, für eine gewisse Stabilität.

Die drei Unternehmenssäulen von Symrise

Das Unternehmen arbeitet in drei Kern-Geschäftsbereichen: Flavour, Nutrition und Scent & Care.

Das Segment Scent & Care, welches sich primär mit dem Geschäft von Duft- und Körperpflegeprodukten beschäftigt, steuerte mit einem Umsatzanteil von 1,3 Milliarden Euro den Löwenanteil zum Umsatz bei.

Der zweitgrößte Geschäftsbereich war mit einem Umsatz von 1,2 Milliarden Euro der Bereich Flavour. Dieses Segment deckt das Geschäft mit Aromen für Lebensmittel und Getränke ab.

Der dritte und letzte Bereich, Nutrition, ist mit einem Umsatzanteil von 639 Millionen Euro das kleinste Geschäftsfeld des Holzmindener Unternehmens. Der Geschäftsbereich umfasst Anwendungen für Lebensmittel, Heimtiernahrung sowie Probiotika.

Gemessen an der Profitabilität gab es keinen Geschäftsbereich, der ein deutliches Übergewicht hatte. Alle drei Geschäftsbereiche waren im Geschäftsjahr 2018, gemessen an der EBITDA-Marge, ähnlich profitabel mit Werten zwischen 19,2 und 20,7%.

Am Ende ein Milliardengeschäft mit guten Wachstumsaussichten

Im Geschäftsjahr 2018 wurde ein Gesamtumsatz von 3,2 Milliarden Euro erzielt. Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen) belief sich auf einen Wert von 631 Millionen Euro – was einer EBITDA-Marge von 20% entsprach.

Die Umsatzerlöse erhöhten sich im Geschäftsjahr 2018 um 5,3%, das EBITDA jedoch nur um 0,2%. Langfristig sehen diese Wachstumsraten allerdings besser aus. Ausgehend von den Umsatz- und Ertragskennzahlen des Jahres 2006, hat sich der Umsatz jährlich um 8,2% erhöht – das EBITDA um 8,3%.

Symrise verkauft in der ganzen Welt – zweistelliges Wachstum in Emerging Markets

Gemessen am Umsatz auf geografischer Basis ist der niedersächsische Konzern global diversifiziert. So wurden im Geschäftsjahr 2018 rund 44% der Umsätze in der EAME-Region erzielt. Weitere 22% entstammten der Nordamerika-Region, 22% der Asien/Pazifik-Region und 12% der Lateinamerika-Region. Das stärkste Wachstum kam aus den Regionen Asien/Pazifik und Lateinamerika. Hier betrug das organische Umsatzwachstum 12,4 bzw. 16,2%.

Solide Bilanz, Dividende wird gezahlt

Mit einer Eigenkapitalquote von 39,5% ist das Unternehmen bilanziell solide aufgestellt. Die Nettoverschuldung inklusive Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen belief sich auf 1,9 Milliarden Euro (Stichtag des Geschäftsberichtes 2018). Gemessen am EBITDA – welches bei 631 Millionen Euro lag – ist die Nettoverschuldung noch tragbar.

Symrise beteiligt Aktionäre am Unternehmenserfolg mit der Zahlung einer Dividende. Diese belief sich für das abgelaufene Geschäftsjahr 2018 auf einen Wert von 0,90 Euro. Insgesamt wurde ein Betrag von 117 Millionen Euro zur Ausschüttung vorgeschlagen.

Das letzte Quartal im Überblick – starkes Momentum

Das erste Quartal des Jahres 2019 hat mit einem Umsatzanstieg von 9,3% auf einen Wert von 848,8 Millionen Euro gut begonnen. Dabei trugen alle drei Geschäftsbereiche zum Wachstum bei. Rechnet man die Währungseffekte heraus, so zeigt sich immer noch ein ansehnliches bereinigtes organisches Wachstum von 8,2%. Zu der Ertragslage wurden leider keine Angaben getätigt.

Ausblick auf das Gesamtjahr 2019 positiv – so soll es auch bis 2025 weitergehen

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2019 bleibt positiv. Das Management möchte schneller wachsen als die für das Unternehmen relevanten Märkte – welche nach Expertenmeinung um 3 bis 4% zulegen sollten.

Konkret erwartet werden vom Management eine organische Zuwachsrate für 2019 von 5 bis 7%. Weiter plant das Unternehmen mit einer operativen Marge auf EBITDA-Basis von 20% deutlich profitabel zu wirtschaften.

Langfristig – bis zum Jahr 2025 – möchte das Unternehmen mit einer Umsatzwachstumsrate von 5 bis 7% weiter wachsen. Die EBITDA-Marge soll sich bis zum Jahr 2025 auf einen Wert zwischen 20 und 23% einpendeln. Dieser Wert entspricht dem oberen Korridor des langfristigen Durchschnitts von 19 bis 22%.

Aktienkursverlauf langfristig positiv – Aktionäre mussten dennoch immer mal wieder Kursschwankungen aussitzen


Quelle: Wallstreet-online.de; Stand: 7.8.2019.

Symrise Aktienanalyse anhand ausgewählter Levermann-Kennzahlen

Kommen wir nun zu einer kurzen Levermann-Analyse des Portals aktien.guide. Die quantitative Datenbank analysiert knapp 6 Tausend Unternehmen anhand von 13 Kriterien, die von der ehemaligen Fondsmanagerin Susan Levermann als sinnvoll erachtet wurden. Symrise erhält bei dieser Analyse insgesamt 4 Punkte und ist damit ein aktueller Topscorer der Levermann-Strategie.

Einen Punkt gab es für das Gewinnwachstum sowie für die positive Reaktion auf die Veröffentlichung der letzten Quartalszahlen. Weiterhin konnte das Unternehmen mit einem mittel- bis langfristig guten Kursverlauf zwei Punkte sammeln. Zusätzlich gab es Punkte für die EBIT-Marge von rund 13 Prozent sowie für den Wert der Eigenkapitalquote von 38,8%.

Punktabzüge hingegen gab es bei den Bewertungen. So lag das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von gerundet 35 deutlich über das optimale Maß zwischen 12 und 16. Auch der langfristige Durchschnittswert von 36,7 liegt deutlich oberhalb dieser Spanne.

Fazit – Symrise wird erstmal auf die Watchlist gesetzt

Auch wenn das Geschäftsmodell von Symrise krisensicher erscheint und mittelfristig im hohen einstelligen Bereich wachsen sollte, so ist die Bewertung mit einem KGV von 35 sehr hoch – Qualität hat eben seinen Preis.

Stimmt, aber ein Investor, der eine gute Einstiegsrendite erhalten möchte, muss zu günstigen Preisen einkaufen. Symrise erfüllt dieses entscheidende Kriterium – auch wenn das Unternehmen im historischen Vergleich leicht unter dem Durchschnitts-KGV der letzte fünf Jahre liegt – derzeit leider noch nicht. Die Aktie kommt daher erst einmal auf die Watchlist der Levermann-Strategie.