​Carl Zeiss Meditec Aktie – ein deutscher Medizintechnik-Konzern mit Schwerpunkt Augenheilkunde

07.09.2019 | Frank Seehawer

Carl Zeiss Meditec Aktie

Die Aktie der Carl Zeiss Meditec erklimmt schon seit längerem regelmäßig neue Höchststände. Kein Wunder, denn die Medizintechnik-Aktie profitiert von gut laufenden Geschäften, insbesondere in Asien.

Bereits seit vier Wochen befindet sich Carl Zeiss Meditec (ISIN: DE0005313704) mit einer Kaufempfehlung auf der Topscorer Liste der Levermann-Strategie. Was die Aktie zu einem Topscorer macht und warum sie bisher nur auf die Watchlist kommt, wird im Folgenden erklärt.

Ein paar Sätze zum Unternehmensprofil von Carl Zeiss Meditec

Carl Zeiss Meditec ist ein international tätiger Medizintechnik-Konzern mit Hauptsitz in Deutschland. Zum Produktportfolio des Unternehmens gehören Komplettlösungen zur Diagnose und Behandlung von Augenkrankheiten sowie innovative Visualisierungslösungen für die Mikrochirurgie.

Mit rund 3.000 Mitarbeitern erzielte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2017/2018 einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro.

Die Wurzeln des Unternehmens gehen bis ins Jahr 1889 zurück. Im Jahr 2002 kam es zu einer Fusion zwischen der Carl Zeiss Ophthalmic Systems AG und Asclepion-Meditec AG zu der heute bekannten Carl Zeiss Meditec. Weitere Übernahmen gab es in den Folgejahren.

Die Geschäftsstrategie der Carl Zeiss Meditec wird mehrheitlich von der Carl Zeiss-Gruppe bestimmt, die einen Anteil am gezeichneten Kapital von rund 59 % besitzt.

Die beiden Segmente von Carl Zeiss Meditec und die Hauptabsatzregion kurz vorgestellt

Carl Zeiss Meditec ordnet sein Geschäft den Segmenten Ophthalmic Devices (OPT) und Microsurgery (MCS) zu. Das Segment Ophthalmic Devices stellt das Kerngeschäft des Unternehmens dar und erzielte im Geschäftsjahr 2017/18 mit einem Anteil von 74 % den Großteil der Konzernumsätze. Im kleineren Microsurgery-Segment wurden die restlichen 26 % der Umsätze generiert. Im Bereich MCS ist Carl Zeiss Meditec nach eigenen Angaben der Marktführer.

Geografisch gesehen ist das Unternehmen gut diversifiziert, hat aber mittlerweile einen klaren Schwerpunkt auf die Asiatisch/Pazifische Region. So war im Geschäftsjahr 2017/2018 mit einem Umsatzanteil von 38,7 % die APAC-Region das Hauptabsatzgebiet des Unternehmens, gefolgt von der Americas-Region mit 31,8 % und der EMEA-Region mit einem Anteil von 29,5 %.

Innovation ist fester Bestandteil der Unternehmenskultur

Carl Zeiss Meditec ist ein innovatives Unternehmen, gemessen an seiner relativ hohen Forschungs- und Entwicklungsquote von rund 12 % für das Geschäftsjahr 2017/18. Insgesamt wurden dafür 160 Millionen Euro ausgegeben. Carl Zeiss Meditec bezeichnet sich selbst als Markt- und Technologieführer der Ophthalmologie und Mikrochirurgie.

Ein Drittel der Umsätze haben mittlerweile einen wiederkehrenden Charakter und machen das Unternehmen weniger zyklisch

Der Anteil der wiederkehrenden Umsätze ist über die Jahre auf einen Wert von zuletzt 34 % der Gesamtumsätze gestiegen. Akquisitionen sowie organisches Wachstum trugen gleichermaßen zu diesem Erfolg bei.

Ein starker Wachstumstreiber für Carl Zeiss Meditec waren seine refraktiven Laser, die im Geschäftsjahr 2017/18 einen Umsatz von über 200 Millionen Euro erzielten. Das Geschäft wuchs über in die letzten Jahre zweistellig. Hier ist Carl Zeiss Meditec Marktführer mit einem Anteil von mehr als 25 %.

Die Laser sorgten aufgrund von Wartungs-, Service- und Behandlungspaketen für planbares Wachstum. Mittlerweile können mehr als die Hälfte der wiederkehrenden Umsätze solchen Dienstleistungen zugerechnet werden.

Die letzten Quartalszahlen zusammengefasst

Die aktuellen Q3-Quartalszahlen des Geschäftsjahres 2018/19 bestätigten im Kern, dass Carl Zeiss Meditec weiter auf Wachstumskurs ist. Die Umsätze für die ersten neun Monate stiegen um 10,9 % auf einen Wert von 1,03 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erreichte mit 184,2 Millionen Euro einen Wert, der um 36,7 % über dem entsprechenden Vorjahreswert lag. Auch die EBIT-Marge konnte um 3,3 % auf einen Wert von 17,9 % gesteigert werden.

Gut entwickelten sich dabei beide Segmente, wobei das OPT-Segment mit einer Umsatzwachstumsrate von 12 % etwas schneller wuchs als das kleinere MCS-Segment, das mit 8 % zulegte.

Die APAC-Region war mit einem Umsatzzuwachs von 17 % die am stärksten wachsende Absatzregion.

Hohe Eigenkapitalquote und mehr als eine halbe Milliarde Cash versprechen finanziellen Spielraum für die Zukunft

Zur bilanziellen Situation muss erwähnt werden, dass zum Stichtag des 9-Monats-Berichtes liquide Mittel von rund 600 Millionen Euro ausgewiesen wurden. Der Wert der Eigenkapitalquote wurde mit 72 % angegeben.

Ausblick auf 2019 – Prognoseanhebung

Die bisherige Prognose wurde mit dem Q3-Bericht etwas nach oben angepasst. Nunmehr erwartet der Vorstand, für das Geschäftsjahr 2018/19 einen Anstieg der Unternehmensleistung am oberen Ende der bisher verkündeten Spanne von 1,35 bis 1,42 Milliarden Euro zu erreichen. Bei der EBIT-Marge wird nun von einer Überschreitung des bisherigen Prognosewertes von 15 bis 17,5 % ausgegangen.

Der Wert der gesteigerten EBIT-Marge gilt aber nach Aussagen des Vorstandes nicht für die folgenden Geschäftsjahre, da geplante strategische Investitionen in die Forschung und Entwicklung erforderlich seien.

Aktienkurs von Carl Zeiss Meditec: Ein High-Flyer des deutschen Kapitalmarktes

Carl Zeiss Meditec Chart

Quelle: Wallstreet-Online.de, Stand: 6.9.2019


Kennzahlenanalyse gemäß Levermann-Strategie - Stand 6.9.2019

Carl Zeiss Meditec Levermann Kennzahlen

Kommen wir nun zu den Kennzahlen der Levermann-Analyse, die dafür gesorgt haben, dass Carl Zeiss Meditec zu einem Topscorer der Levermann-Strategie geworden ist.

Positiven Einfluss nahm die mittel- bis langfristige Kursentwicklung der Aktie, für die es insgesamt zwei Punkte gab. Weitere Punkte gab es für das Gewinnwachstum von 17,28 %, die Gewinnrevision sowie die Reaktion auf die Veröffentlichung der Quartalszahlen. Auch für den Wert der Eigenkapitalquote und die gute EBIT-Marge konnte jeweils ein Punkt eingesammelt werden.

Punktabzüge gab es für die relativ schwache Eigenkapitalrendite sowie für die doch sehr hohen Bewertungen im kurz- und mittelfristigen Kontext. Insgesamt wurden vier Punkte erzielt.

Fazit – Ein guter Kandidat für die Watchlist

Der Medizintechnikmarkt bleibt für langfristige Investoren ein spannendes Investitionsfeld. Carl Zeiss Meditec hat sich hier im augenärztlichen Bereich eine gute Position auf dem Weltmarkt erarbeitet.

Besonders gut kommen die Entwicklungen zur Ausrichtung des Unternehmens auf wiederkehrende Umsätze voran. Insgesamt sollte das Unternehmen so weniger schwankungsanfällig in Rezessionen werden.

Problematisch sehe ich allerdings die Dominanz des Asiengeschäftes, welches mittlerweile über 40 % ausmacht. Ob ein Handelskrieg hier Spuren hinterlassen könnte, davon ist bisher nichts zu erahnen.

Operativ gesehen bleiben die Entwicklungen spannend, insbesondere zur technologischen Weiterentwicklung des Unternehmens.

Weniger spannend ist allerdings die hohe Bewertung, die sich mittlerweile auf ein aktuelles KGV von rund 55 beläuft. Investoren zahlen hier einen sehr hohen Preis für die guten Zukunftsaussichten des Unternehmens.

Auch wenn die Prognose zuletzt angehoben wurde, so rechtfertigt der bisherige Ausblick diese Bewertungen nur bedingt. Die Carl Zeiss Meditec-Aktie ist somit erst einmal ein Kandidat für die Watchlist der Levermann-Strategie.