DWS Group Aktie: Günstige Asset-Manager-Perle mit hoher Dividendenrendite!

10.03.2020 | Frank Seehawer

DWS Group Aktie - Beitragsbild - Banken Hochhäuser und Himmel

Das Geschäftsmodell von Vermögensverwaltern zeichnet sich durch potentiell hohe Margen und starke Free Cashflows aus. Dies trifft auch auf die Tochter der Deutschen Bank, die DWS Group (ISIN: DE000DWS1007), zu.

Das Unternehmen hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 einen soliden Zuwachs beim verwalteten Vermögen verkünden können. Auch in den Finanzzahlen kann man die positive Geschäftsentwicklung ablesen, von der am Ende auch die Aktionäre mit einer 22-prozentigen Dividendensteigerung profitieren. Trotz günstiger Bewertung sollte man bei der DWS Group-Aktie jedoch zwei Sachverhalte, die wir im Folgenden erörtern, im Blick behalten.


Unternehmensprofil der DWS Group

Die DWS Group gehört mit einen verwalteten Vermögen (Assets under Management – AuM) von zuletzt 767 Milliarden Euro zu den größten Vermögensverwaltern der Welt. Hauptaktionär ist mit knapp 80 Prozent die Deutschen Bank (ISIN: DE0005140008), die ihren Asset Manager über einen Börsengang im März 2018 zu einem Preis von 32,50 Euro an der Frankfurter Wertpapierbörse platzieren konnte.

Die dem SDAX angehörige DWS Group bietet nicht nur aktiv gemanagte Investmentprodukte (Active Asset Management) an. Sie ist auch im Wachstumssegment der passiven Investments (Passive Asset Management) sowie im Bereich alternativer Investmentlösungen (Alternatives) tätig. Das Produktangebot erstreckt sich über alle möglichen Assetklassen von Aktien, Anleihen, Geldmarkt- und Multi-Asset-Lösungen bis hin zu alternativen Investments wie z.B. Immobilien, Infrastrukturprojekten oder Private Equity.

Im Bereich aktiv gemanagter Produkte verfügt das Unternehmen über mehr als 60 Jahre Investment-Erfahrung. Der Bereich Alternatives kann auf über 40 Jahre zurückgreifen, während die passive Vermögensverwaltung auf mehr als 20 Jahre Investment-Erfahrung kommt.

Rund 44 Prozent der investierten AuM können der Region Deutschland zugeordnet werden, 25 Prozent der EMEA ohne Deutschland und 26 Prozent der Amerika-Region. Lediglich 5 Prozent des verwalteten Vermögens können den Wachstumsregionen APAC zugerechnet werden.


Was die letzten Geschäftszahlen verraten

Im Geschäftsjahr 2019 konnten die Assets under Management von 704 Milliarden Euro auf 767 Milliarden Euro erhöht werden, was am Ende einem Zuwachs von 9 Prozent entspricht. Die reinen Netto-Mittelzuflüsse beliefen sich im Gesamtjahr 2019 auf 23 Milliarden Euro.

Besonders positiv ist, dass in allen vier Quartalen ein Anstieg der Netto-Mittelzuflüsse ausgewiesen werden konnte. Zuletzt belief sich dieser Wert auf 13 Milliarden Euro im vierten Quartal 2019.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Gesamterträge im Geschäftsjahr 2019 um 6 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro gesteigert wurden. Auch bei den bereinigten Erträgen gab es einen Zuwachs von 6 Prozent, während das Konzernergebnis sogar um 31 Prozent auf 512 Millionen Euro gesteigert werden konnte.


Die branchenspezifische Lage der Asset Manager

Die Branche der Vermögensverwalter verspürt nach wie vor einen starken Konsolidierungsdruck, sodass immer mehr Asset Manager ihre Geschäfte zusammenlegen oder Wettbewerber übernehmen. In diesem sich konsolidierenden Markt hat auch die DWS Group nicht genügend Größe, um den Branchenriesen Blackrock (ISIN: US09247X1019) die Stirn zu bieten.

Die Deutsche Bank sucht daher schon seit längerem nach Lösungen, um ihre Tochter gut für die Zukunft zu positionieren. Eine erste Option wurde mit dem Börsengang umgesetzt. Später gab es Spekulationen über einen Verkauf an die Allianz. Auch der Fondsmanager Amundi und UBS wurden als Interessenten gehandelt.


Analyse der DWS Group-Aktie - Ausblick

Operativ stehen jedoch Effizienzprogramme ganz weit vorne auf der Tagesordnung der DWS Group. Man wolle die Effizienz weiter steigern, um den steigenden Druck auf die Vermögensverwaltergebühren abzufedern.

Konkret möchte man bis zum Jahr 2021 weitere Kosteneinsparungen im Wert von 150 Millionen Euro realisieren. Eine wichtige Kennzahl ist hierbei die Aufwand-Ertrags-Relation (Cost-Income-Ratio – CIR). Diese belief sich im Geschäftsjahr 2019 auf 67,7 Prozent und konnte gegenüber dem Geschäftsjahr 2018 um 4,7 Prozentpunkte gesenkt werden. Bis zum Jahr 2021 soll das CIR auf unter 65 Prozent fallen. Gleichzeitig ist man zuversichtlich, die Netto-Mittelzuflüsse um durchschnittlich 3 bis 5 Prozent p.a. zu steigern.


Entwicklung der DWS Group-Aktie

Entwicklung der DWS Group Aktie seit dem IPO bis heute

Entwicklung der DWS Group-Aktie seit dem IPO im Xetra-Handel vom 1.03.2020; Quelle: Wallstreet-Online.de

Der Vermögensverwalter DWS Group bietet Investoren einige interessante Kennzahlenwerte. Diese können mit einer EBIT-Marge von 30,9 % sowie einer hohen Eigenkapitalquote von 61,2 % objektiv klassifiziert werden.

Als gut kann man auch die Dividende bezeichnen, denn – wie bei vielen Asset Managern üblich – generiert ein solches Geschäftsmodell hohe Cashflows, die für eine aktionärsfreundliche Ausschüttungspolitik eingesetzt werden können.

Auch bei der DWS Group ist dies der Fall. Im Jahr 2019 wurde eine Dividende von 1,37 Euro ausgeschüttet, die sich für das laufende Jahr mit 1,67 Euro um 22 % erhöhen soll. Gemessen am aktuellen Aktienkurs beläuft sich die Dividendenrendite auf über 5 %. Auch für die Zukunft gilt das Ziel einer hohen Dividendenausschüttungsquote von 65 und 75 %. Hauptprofiteur der Dividenden bleibt natürlich die Deutsche Bank.


Analyse der DWS Group-Aktie - Bewertung

Gemessen am aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 11,4 erscheint die DWS-Aktie nicht teuer, besonders wenn man ein erwartetes Gewinnwachstum von 8,3 Prozent zugrunde legt. Seit dem IPO entwickelte sich das KGV relativ stabil um die 12er-Marke.

Entwicklung KGV von DWS Group seit IPO bis heute

Anders sieht es beim Gewinnwachstum aus. Die aktuellen Werte des erwarteten Gewinnwachstums ergeben sich auf Basis eines erwarteten Gewinns für das Jahr 2020 von 2,89 und 3,13 Euro für das Jahr 2021 und haben sich seit dem IPO merklich verringert.

Entwicklung Gewinnwachstum von DWS Group seit IPO bis heute


Analyse der DWS Group-Aktie - Fazit

Die Branche der aktiven Asset Manager leidet aktuell unter einem starken Trend hin zu passiv gemanagten Produkten wie ETFs, die durch immer geringere Gebühren überzeugen. Auch erschweren verschärfte Regularien die Geschäfte.

Als Konsequenz versuchen viele Asset Manager ihre Kosten zu senken. Zeitgleich wird versucht das Assetvolumen durch Übernahmen und Fusionen zu steigern.

Gerade der letzte Sachverhalt lastet aus unserer Sicht ein wenig auf den Zukunftsaussichten der DWS Group, denn die Deutsche Bank wird bei dieser Entscheidung eine maßgebliche Rolle spielen.

Ein weiterer Risikofaktor ist in dem Kapitalmarktrisiko zu sehen. Sollten die Aktienmärkte rückläufig werden, so wird dies aller Voraussicht nach auch zu Mittelabflüssen führen. Als Konsequenz müsste man sich auf deutlich gesunkene AuM einstellen mit entsprechenden Folgen für die Ertragslage. Ein Aktionär sollte sich dieser Risiken der DWS Group-Aktie bewusst sein.

Blendet man diese zwei Risiken aus und konzentriert sich auf die Kennzahlen, so kann die DWS Group-Aktie bei weiteren Zuwächsen der Mittelzuflüsse und einem 11er-KGV als durchaus attraktiv angesehen werden.


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Autor: Frank Seehawer

Frank Seehawer ist mehrere Jahre als Investor Relations Manager und Wertpapieranalyst tätig gewesen. Als graduierter Ökonom beschäftigt er sich schon seit über 20 Jahren mit den Aktienmärkten im In- und Ausland. Sein Fachwissen über Aktien teilt er als freier Autor unter anderem mit den Lesern der deutschen Ausgabe von Motley Fool.